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One night in Bangkok and the world's your oyster

Wir haben also Neuseeland tatsächlich nach fast sechs Monaten verlassen und wechseln den Kontinent. Hallo Asien. Drei Wochen Asien, drei Wochen Pad Thai, Chopsticks und Sonne im Überfluss. In Thailand machen wir Bangkok, Koh Samui und Koh Tao unsicher und machen im Anschluss noch einen kleinen Abstecher nach Hongkong, China.




SEVEN NIGHTS IN BANGKOK AND THE WORLD’S YOUR OYSTER

Während wir uns in Neuseeland nach Sonne, Strand und Meer gesehnt haben, sind wir jetzt im Paradies eines jeden leidenschaftlichen Saunaliebhabers angekommen – blöd nur, dass wir einfach keine Saunatypen sind. Nachdem wir also noch vor gut einer Woche Ski gefahren sind, könnten wir jetzt mit unserem Schweiß eine Avocado Plantage in Afrika bewässern. Nachdem wir zudem noch bis vor gut einer Woche unseren innen Seelenfrieden auf unserer Farm zwischen Schweinen und Kühen haben finden können, stecken wir jetzt im allergrößten Rumsbums des ganzen Planeten – nur Mumbai muss noch krasser sein. Unser geliebtes New York verliert hiermit leider sein Nachsagen „Die Stadt, die niemals schläft“ ganz klar und unumstritten an Bangkok. Kein Wunder, dass der Film „Hangover“ ausgerechnet hier spielt – denn nur mit ordentlich einen im Tee, kann man den Lärm, die Massen und den wiederkehrenden Gestank aushalten.



Nach einer erfolglosen Shoppingtour in Asiens größtem Einkaufszentrum „Siam“ an Tag 2, biegen wir nach drei Kilometern Fußmarsch rechts von der tosenden Sukhumvit Straße ab und setzten uns auf die Terrasse eines kleinen Pubs. Aus einem erfrischenden Bier werden in Null-Komma-Nix acht – dazu eine Pizza und Nachos; halt voll asiatisch. Acht Bier bringen emotionale tiefgründige und liebevolle Gespräche mit sich und einen inneren Ruhepol. Hangover wir kommen! Zu allem Überfluss isst Sissy in ihrem Rausch ihre erste und hoffentlich auch letzte Made – angeheizt von einem Einheimischen, der sich gerade ein ganzes Kilo kaufte. Schade, arme Made.

Neben Pizza, Nachos und Maden, kommen wir in den Folgetagen Gott sei Dank in den Genuss wundervoller thailändischer und japanischer Kost – in Einkaufszentren, auf Nachtmärkten oder in Restaurants, erleben wir wunderbares asiatisches Essen und das sogar ganz ohne Magenverstimmung. Schade, dabei hatten wir uns doch so auf eine kleine Magen Darm gesteuerte Gewichtsreduzierung gefreut.

Auf einer schicken indischen Rooftop Bar, Mixology,genießen wir Bangkok bei Cocktails von oben – ein Mumbai Mulemit Ginger infused Vodka und Masala und ein Floramit Gin, Kamillentee und nicht zum Verzehr geeigneten aber trotzdem verzehrten (!) echten Blumen.



Während unserer Zeit in Bangkok wohnen wir bei Volker. Volker ist ein lieber Freund von Chrissi, Sissy’s Bonuspapa, der sich freundlicherweise bereit erklärt hat, uns armen Backpacker für eine Woche bei sich aufzunehmen. Und so kuscheln wir Tag ein Tag aus im Kinderbett von Thomas und Isabel und genießen die deutsche Behausung über den Dächern der Stadt – deutsche Marmelade, deutsches Brot und deutscher Kaffee aus einer Bielefeld oder wahlweise einer Arminia Tasse; so kommt schnell ein klitzekleines Gefühl von Heimat in uns auf und das ganz weit weg von Zuhause. Auf dem Dach des gigantischen Wohnkomplexes finden wir, wie sooft in asiatischen Gebäuden, ein Fitnessstudio, einen Pool und eine zumindest von uns ungenutzte Sauna. Wir verbringen meist die Vormittage mit etwas Sport und einer Runde braten am Pool, bevor wir uns gegen Nachmittag, wenn die Temperaturen zumindest um ein halbes Grad abgekühlt sind, unter die Leute mischen.




Mit um die 20.000 Schritten am Tag, erkunden wir Bangkok größtenteils fußläufig:

Auf dem Khlong-Toey Marktkommen wir in den Genuss eines einheimischen Marktes – bis auf uns finden sich hier keine Touristen. Wir kaufen Obst für die ganze Woche ein, Melone, Ananas, Drachenfrucht, Litschi, und schlendern noch ein wenig über den Markt, bis wir kapitulieren. Im Netz sitzende lebendige Kröten, haufenweise toter Fisch und Aale und seltsame wie Gulasch aussehende aber nach Hundefutter riechende Brühe, schicken uns zeitnah auf den Heimweg.



Auf dem Chaktuchack Markt, dem größten Markt Thailands, sind wir auf einmal in Mitten von Tüchern, Ketten, Schalen und gefälschte oder vom Lastwagen gefallene Markenprodukte sowie allerlei thailändischem Glimbims und wunderschöner thailändischer Kunst. Wir üben uns mal wieder im feilschen und während wir in unseren Backpacks leider nicht den nötigen Platz für die ganzen Schönheiten haben, besorgen wir dafür ein paar Geschenke für die Familie bevor wir uns auf den Rückweg machen.



Für den Weg nach Hause nehmen wir uns ein Tuk Tuk. Wir verhandeln unsere fünfundvierzig Minütige Fahrt auf 200 Baht plus einem Besuch bei einem Herrenausstatter. Und da ist es – auf einmal fühlen wir uns nicht mehr wie zwei weltoffene Backpacker auf Weltreise, sondern wie zwei deutsche dumme Touristen aka wandelnde Geldautomaten. Auf unserer Fahrt halten wir also zunächst bei einem Herrenausstatter und folgend bei einem recht versteckten Laden gefüllt mit Louis Vuitton, Chanel und Prada – natürlich auf’s feinste gefälscht. Halten wir uns in den Läden länger als fünf Minuten auf, bekommt unser Tuk Tuk Fahrer eine kleine Provision, kaufen wir dort ein, wahrscheinlich sogar eine etwas größere. Da weder das nach Maß gefertigte Cocktailkleid noch eine grandios gefälschte Chanel Clutch zu unserem Reisestil passt, ist unser Tuk Tuk Fahrer auf einmal gar nicht mehr so redselig wie zuvor, fährt uns aber dennoch wie vereinbart nach Hause.