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21.1km - Endorphine im Angebot

Wir haben uns ja für einen Marathon angemeldet.

Bereits aus Deutschland haben wir die erneute Dummheit begangen und uns für einen Marathon angemeldet: Der Mountain-to-Surf Marathon in New Plymouth– von 450 Höhenmeter auf 0.

Ja ne, is klar.


Weder die körperlich anstrengende Arbeit auf der Kiwi Farm, noch unser Wasseraktivitäten gefüllter „Fun February“, haben groß zu unserem Lauftraining beigetragen. In den vergangenen zwei Monaten waren wir insgesamt 27km in diesem traumhaften Land laufen; jeder Läufer erkennt an dieser „Statistik“ schnell, dass dies weder einem Trainingsplan noch einer Passion nahe kommt. Schnell erkennen auch wir unsere mangelhafte Vorbereitung, ändern unseren Startplatz von 42,2km auf 21.1km und genießen weiterhin unser Leben bei Wein und Bier. Einen Halbmarathon kriegen wir schon irgendwie hin. Bergab, von 200 Höhenmeter auf 0, einfach immer laufen lassen...


Am 03. März 2019 machen wir uns, nachdem wir am Vortag unsere Startnummern und entsprechende Nutrition abgeholt haben, auf zum Novotel Hotel in New Plymouth, wo wir von Bussen gemeinsam mit den anderen Läufern zum Start gefahren werden. Im Bus sitzen Läufer aller Altersklassen – alle wollen an den Start, ob mit leichtsinnigen, fitten und unberührten 18 Jahren oder mit erfahrenen 70 Jahre alten weisen Knochen, jeder will und jeder wird – das ist ja das wundervolle an diesem Sport – jeder darf und jeder kann, wenn er denn will.


Während die Busfahrt an die Busfahrt vom 31.1 km langen Herrmanns Lauf in Bielefeld erinnert, gleicht dieser Lauf wider unserer Erwartungen diesem nicht. Hier ist alles etwas anders. Wir begeben uns an den Start, der durch vier orangene Hütchen dargestellt wird; Startgruppen gibt es keine. Wir ordnen uns irgendwo im Mittelfeld ein – eine 1:30 werden wir „heute“ wohl nicht laufen. Eine Schreckschusspistole sagt uns, dass es jetzt los geht. Während wir im Startbereich noch gefroren haben und widerwillig die Pullover ins Transportauto legten, begegnen wir jetzt 21.1 km kochend heißem Asphalt. Sonne satt und dank der dünnen bis fehlenden Ozonschicht über uns, fühlen sich die 20 Grad Celsius an wie 35 bis 50. Schatten gibt es keinen, ab und wann gewehrt uns ein Baum etwas Gnade. Die Straßen sind nicht gesperrt und so laufen wir gemeinsam mit den Autos Richtung Ozean; ein paar aufgestellte orangene Hütchen trennen uns von den 100km/h fahrenden Autos auf dem State Highway 3.



Die ersten 7 Kilometer der Strecke laufen wir gemeinsam, danach laufen wir etwas getrennt. Tini gibt ordentlich Gas, Sissy hängt etwas hinterher – Kilometer 7 war schon immer beschissen, sowieso dieser ganze Sport – und dann wird man auch noch von einem Walker überholt. Jetzt reicht’s. Wenige Kilometer später wartet Tini wieder sehnsüchtig und strahlend im Schutze eines Baumes auf die kleine langsame Antilope – zu zweit macht es eben doch mehr Spaß; vor allem wenn die Zeit sowieso egal ist. Bei Kilometer 15 haben wir irgendwie kurzfristig so gar keinen Bock mehr – es ist auch einfach zu heiß. Nichts desto trotz laufen wir brav weiter, fangen uns wieder und strahlen die restlichen Kilometer vor uns hin. Selbst der Photograph bei Kilometer 19 ist der Meinung, dass wir viel zu glücklich für so einen Lauf aussehen. Das sind wir auch – wieso weiß keiner ganz genau; wir schütten mit Endorphinen um uns als wäre es Konfetti.




In den Worten von Tini: „ Einfach ne coole Nummer.“


Bei Kilometer 21.1 ist es endlich geschafft – wir laufen gemeinsam ins Ziel; der Kommentator erwähnt sogar unsere Namen. Glücklich, zufrieden und total KO fallen wir mit dicker Medaille um den Hals, mit Wasser in der linken Hand und Banane in der rechten Hand zu Boden und ruhen ein paar Minuten.


Geschafft.

Die erste Medaille aus einem fremden fernen Land.



Ein weiterer Haken auf der Bucketlist.



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